Chronik des Kindergartens
In der schweren Zeit während und nach dem zweiten Weltkrieg waren die meisten Mütter gezwungen für den Lebensunterhalt ihrer Familie zu sorgen. Die Männer waren im Krieg, später in der Gefangenschaft und viele kehrten nicht mehr zurück. Somit stand die Frage der Unterbringung der Kinder in Mittelpunkt des Lebensablaufes.
Während des Krieges wurde in den Gasträumen “Zum Höllengrund” ein Kindergarten eingerichtet. Auch nach Kriegsende bis zum Neubau eines Kindergartens verblieb die Vorschul- und Hortbetreuung in der Gaststätte. Ab 01. August 1946 wurden in den Räumen 23 Kinder von der Leiterin Lieselotte Zwahr und der Kindergärtnerin Frau Ingeborg Liebhold sowie der Köchin Frieda Roscher betreut. Die Kinder erhielten auch ein warmes Mittagessen. Mehrmals musste der Kindergarten wegen Kohlemangel und Fehlen von Nahrungsmitteln geschlossen werden.
Durchgeführte Kontrollen ergaben Mängel der Beleuchtung, unzureichende Beheizungsmöglichkeiten und schlechte sanitäre Anlagen. Besonders gravierend waren zu diesem Zeitpunkt die Platzprobleme. Für inzwischen bis zu 20 Vorschulkinder und etwa 30 Hortkinder stand nur ein Raum zur Verfügung.
All diese Probleme führten zu der Überzeugung, das nur durch einen Neubau die Frage zu lösen war.
Im Herbst 1952 erhielt die Gemeinde dann die Mitteilung, das der Baubeginn eines neuen Kindergartens für das Jahr 1954 vorgesehen ist. Die Gemeinde musste schnell handeln und einen geeigneten Bauplatz erwerben.
Der Kulturbund des Ortes leistete eine herausragende Arbeit bei der Beschaffung der Finanzmittel. Es wurden Waldkonzerte, Tanzveranstaltungen, Sammelaktionen in der Bevölkerung und den Betrieben organisiert.
Durch ungünstige Kaufbedingungen seitens der Verkäuferin des vorgesehenen Grundstückes erwarb der Lehrer Ewald Seibt die Baufläche am 18.09.1953 für den Kulturbund und überließ das Bauland dann schenkungsweise der Gemeind für den Bau des Kindergartens. Somit konnte die Gemeinde 420,- M an Grunderwerbssteuer sparen.
Am 27. März 1955 wurde der erste Spatenstich durch den Bürgermeister Theo Pappert vollzogen. Bereits im Herbst war Hebefest und am 26. September 1956 konnten die jüngsten Bewohner des Ortes ihr neues Domizil in Besitz nehmen.
Am 15. Januar 1951 nahm Margarete Lehmann ihre Tätigkeit als Kindergärtnerin in Großschweidnitz auf und übernahm bereits am 18. Mai 1952 deren Leitung. Bis 1980 leitete sie mit viel Umsicht, mütterlicher Fürsorge und persönlichem Engagament diese Einrichtung. Nach ihrem Eintritt in den Ruhestand übernahm Frau Stielau bis 1990 die Leitung.
Ab 1990 konnten auch Kinder ab dem 2. Lebensjahr im Kindergarten betreut werden. Dazu waren umfangreiche Umbauarbeiten, wie z. B. im sanitären Bereich notwendig.
Am 01. Januar 1996 wurde der Kindergarten in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Oberlausitz e.V. übergeben. Mit Einstellung des Schulbetriebes im Ort beschloss der Gemeinderat, den Hortbetrieb ebenfalls in den Kindergarten zu verlagern. Lagen die Betriebskosten pro Kind in den 80iger bei ca. 500 M, 1995 bei ca. 2500 DM, reichen heute über 5000 € nicht mehr aus.